Resilient bleiben – auch wenn es gerade schwierig ist

Mai 15, 2022 | Blog

 

Es gibt Menschen, die wirken selbst in herausfordernden Situationen erstaunlich ruhig. Nicht weil sie nie Stress haben. Nicht weil immer alles leicht ist. Und auch nicht, weil sie keine Krisen erleben.

Sondern weil sie gelernt haben, mit Belastung anders umzugehen. Genau darum geht es bei Resilienz. Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit Herausforderungen, Druck und Krisen umzugehen, ohne dabei innerlich völlig den Halt zu verlieren.

Das bedeutet nicht, immer stark sein zu müssen. Sondern vielmehr:
sich nach schwierigen Phasen wieder stabilisieren zu können und Schritt für Schritt handlungsfähig zu bleiben.

 

Resiliente Menschen erleben ebenfalls schwierige Zeiten

 

Oft entsteht der Eindruck, resiliente Menschen hätten einfach „alles im Griff“. Die Realität sieht meistens anders aus. Auch resiliente Menschen:

  • zweifeln
  • fühlen sich überfordert
  • erleben Krisen
  • machen Fehler
  • oder geraten an persönliche Grenzen.

Der Unterschied liegt oft weniger in der Situation selbst, sondern darin, wie sie damit umgehen.

 

Akzeptanz statt permanentem inneren Kampf

 

Ein wichtiger Teil von Resilienz ist Akzeptanz. Damit ist nicht gemeint, alles gutzuheißen oder sich mit jeder Situation abzufinden. Sondern die Fähigkeit, zuerst einmal ehrlich anzuerkennen:
„So ist die Situation gerade.“

Viele Menschen verbrauchen enorm viel Energie im inneren Kampf gegen Dinge, die sich im Moment nicht ändern lassen. Akzeptanz bedeutet deshalb oft: klarer zu unterscheiden,

  • was beeinflussbar ist
  • und was gerade außerhalb der eigenen Kontrolle liegt.

Das schafft häufig mehr Ruhe und Orientierung.

 

Nicht im Problem bleiben

 

Wenn Belastung groß wird, drehen sich Gedanken oft im Kreis. Man analysiert, grübelt und spielt Situationen innerlich immer wieder durch. Das ist menschlich – hilft aber selten dabei, wieder klarer zu sehen.

Resiliente Menschen versuchen deshalb meist irgendwann, den Blick wieder vorsichtig Richtung Lösung zu lenken. Nicht im Sinne von: „Alles positiv sehen.“

Sondern eher: „Was könnte jetzt ein nächster sinnvoller Schritt sein?“ Manchmal reicht genau diese Frage bereits, um innerlich wieder etwas handlungsfähiger zu werden.

 

Sich selbst ernst nehmen

Viele Menschen funktionieren sehr lange, bevor sie merken, wie erschöpft sie eigentlich schon sind. Gerade Menschen mit hohem Verantwortungsgefühl ignorieren häufig:

  • eigene Grenzen
  • Erschöpfung
  • innere Unruhe
  • oder dauerhaften Stress.

Resilienz bedeutet deshalb auch, die eigene psychische Gesundheit ernst zu nehmen. Nicht erst dann, wenn gar nichts mehr geht. Sondern möglichst früher.

 

Beziehungen spielen eine große Rolle

Belastung alleine zu tragen, macht vieles schwerer. Resiliente Menschen müssen nicht alles alleine schaffen. Aber sie haben oft Menschen, mit denen sie offen sprechen können.

Vertrauen, Austausch und ehrliche Gespräche sind ein wichtiger Schutzfaktor – beruflich wie privat.

 

Resilienz bedeutet nicht, immer positiv zu sein

 

Das wird oft missverstanden. Resilienz bedeutet nicht:

  • ständig motiviert zu sein
  • alles wegzulächeln
  • oder immer „stark“ wirken zu müssen.

Es geht vielmehr darum, auch in schwierigen Phasen beweglich zu bleiben und sich selbst nicht komplett zu verlieren.

 

Resilienz kann wachsen

 

Die gute Nachricht ist: Resilienz ist keine feste Persönlichkeitseigenschaft, die man entweder hat oder nicht hat. Viele Dinge lassen sich bewusst entwickeln:

  • Selbstreflexion
  • Umgang mit Stress
  • Kommunikation
  • Grenzen
  • Perspektivwechsel
  • oder ein gesünderer Umgang mit Belastung.

Nicht von heute auf morgen. Sondern Schritt für Schritt. Und manchmal beginnt genau das bereits damit, sich selbst wieder bewusster wahrzunehmen.

 

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